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Tierschutzbund warnt vor den Folgen der türkischen Hundepolitik

Pressemeldung vom 17.08.2026

Die Situation für Straßenhunde in der Türkei spitzt sich weiter zu. Seit der umstrittenen Gesetzesänderung im August 2024 werden Straßenhunde verstärkt eingefangen und in kommunale Tierheime gebracht. Wie der dem Deutschen Tierschutzbund angeschlossene Verein Datça Dogs – Hilfe für die Straßentiere in Datça e.V. aktuell berichtet, ist die zuständige Gemeinde mit der Zahl der Hunde überfordert. Im städtischen Tierheim seien zu viele Tiere auf engem Raum untergebracht und der prallen Sonne ausgesetzt. Die vorhandenen Kapazitäten reichen nicht aus, um die Tiere angemessen zu versorgen.

„Wir haben bereits vor zwei Jahren davor gewarnt, dass das massenhafte Einsammeln von Straßenhunden das Problem nicht löst, sondern Leid lediglich von den Straßen in überfüllte Tierheime verlagert. Die aktuellen Berichte aus Datça zeigen beispielhaft, wohin eine Politik führt, die freilaufende Hunde nicht kastrieren lässt, sondern Straßenhunde lediglich einsammelt und wegsperrt“, sagt Lisa Hoth-Zimak, Fachreferentin für Heimtiere beim Deutschen Tierschutzbund. „Die Hunde verschwinden zwar aus dem öffentlichen Raum, doch das Problem der unkontrollierten Vermehrung ist nicht gelöst.“

Der Deutsche Tierschutzbund unterstützt den Ansatz, die Straßentierpopulation durch ein nachhaltiges und tierschutzgerechtes Populationsmanagement zu reduzieren. Dazu gehören neben der Kastration der Straßenhunde auch die Kastration von Hunden mit Besitzern sowie die Aufklärung der Bevölkerung. Mehrfache Appelle des Verbandes für eine tierfreundliche Lösung an zuständige Stellen in der Türkei sowie Gremien in Deutschland blieben bislang jedoch ohne Resonanz. Der Deutsche Tierschutzbund fordert die türkische Regierung daher weiterhin auf, die aktuelle Strategie zu überdenken und gemeinsam mit Tierschutzorganisationen nachhaltige und tierschutzgerechte Lösungen zu entwickeln. Währenddessen setzen sich türkische Tierschützer weiter mit großem Engagement für die betroffenen Hunde ein und versuchen, die Folgen der politischen Maßnahmen abzufedern.

Deutscher Tierschutzbund erneuert Appell an Urlauber

Um den Druck auf die Politik weiter zu erhöhen, rät der Deutsche Tierschutzbund aktuell von Reisen in die Türkei ab. „Nur wenn sich genügend Menschen bewusst gegen einen Türkei-Urlaub entscheiden, entsteht wirtschaftlicher Druck, der tatsächlich etwas verändern könnte“, so Hoth-Zimak. Wer helfen möchte, kann zudem seriöse Tierschutzorganisationen vor Ort unterstützen und im eigenen Umfeld auf die Situation der Straßenhunde aufmerksam machen.

Hintergrund

In der Türkei verpflichtet eine Gesetzesänderung von August 2024 die Kommunen, bis spätestens 2028 streunende Hunde einzufangen und in Tierheimen unterzubringen. Bei Nichteinhaltung drohen ihnen Bußgelder von umgerechnet rund 2.000 Euro pro Hund. Landesweit stehen für rund vier Millionen betroffene Tiere aber nur etwa 110.000 Tierheimplätze zur Verfügung. Weil die Kapazitäten vielerorts fehlen, leiden unzählige Hunde unter tierschutzwidrigen Bedingungen. Das Gesetz erlaubt auch die Tötung kranker oder aggressiver Hunde, ohne klare Kriterien.  

Quelle: Dt. Tierschutzbund

Bildmaterial

Hund im provisorisch errichteten Tierheim im türkischen Datça     Copyright: Datça Dogs e.V.
Hund im provisorisch errichteten Tierheim im türkischen Datça Copyright: Datça Dogs e.V.
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