Pressemeldung vom 06.08.2026
Mit der heute auf HBO Max startenden Dokumentationsserie „Monsters of God“ rückt der globale Handel mit Reptilien in den Fokus der Öffentlichkeit. Der Deutsche Tierschutzbund begrüßt die Aufmerksamkeit für das Thema und weist darauf hin, dass Deutschland keineswegs nur Zuschauer ist: Über 1.500 verschiedene Reptilienarten werden hierzulande gehandelt. Deutschland gilt zudem als einer der wichtigsten Absatzmärkte für Wildtiere weltweit und als größter Importeur CITES-geschützter Reptilienarten innerhalb der EU. Studien zeigen, dass der Handel mit und die Privathaltung von Wildtieren mit erheblichen Tier- und Artenschutzproblemen verbunden sind.
„Der Handel mit Reptilien und die Schattenseiten des Geschäfts, die Monsters auf God dokumentiert, sind kein fernes Problem. Deutschland ist Teil dieses Systems“, sagt Patrick Boncourt, Fachreferent für exotische Wildtiere beim Deutschen Tierschutzbund. „Wildtiere werden legal und illegal gehandelt, häufig unter Bedingungen, die enormes Tierleid verursachen.“
Auch in den Auswertungen des Deutschen Tierschutzbundes zum illegalen Heimtierhandel tauchen immer wieder Fälle von geschmuggelten Reptilien auf – darunter Kobras, Pythons, Riesenschlangen, Chamäleons und sogar ein Mississippi-Alligator. Die beschlagnahmten oder ausgesetzten Tiere landen häufig in Tierheimen oder spezialisierten Auffangstationen, die seit Jahren an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen.
Der Deutsche Tierschutzbund fordert deshalb die Einführung einer bundesweiten Positivliste für Heimtiere. Diese soll wissenschaftlich festlegen, welche Tierarten überhaupt für die private Haltung geeignet sind. So könnten Tierleid, Artenschutzprobleme sowie Gesundheits- und Sicherheitsrisiken wirksam und präventiv reduziert werden. „Wildtiere sind keine Haustiere. Sie gehören nicht in ungeschulte Hände, sondern in ihre natürlichen Lebensräume. Die Dokumentation sollte ein Weckruf sein, endlich auch in Deutschland die notwendigen Konsequenzen zu ziehen“, so Boncourt.
Hinweis an die Redaktionen:
Der Deutsche Tierschutzbund betreibt in seinem Tierschutzzentrum Weidefeld seit 2016 ein Reptilienhaus. Es beherbergt durchschnittlich 170 Tiere und entstand aufgrund des akuten Bedarfs zur Unterbringung abgegebener und beschlagnahmter Reptilien - zur Entlastung der Tierheime. Im Tierschutzzentrum Weidefeld können die Reptilien auf 400 Quadratmetern ihren Bedürfnissen nachgehen. Die Tiere leben in großen Terrarien, Teichanlagen mit Innen- und Außenbereichen sowie einer Freianlage.
Quelle: Dt. Tierschutzbund
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