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Immer mehr Igel in Not

Pressemeldung vom 20.10.2026

Igel suchen derzeit in Gärten und Parks nach Futter, um sich die nötigen Reserven anzufressen, und einen geschützten Platz für den Winterschlaf zu finden. Die Lage für Igel spitzt sich dabei immer mehr zu. Viele Tiere leiden unter Infektionen, Pilz- oder Parasitenbefall. Andere sind stark untergewichtig und haben ohne Hilfe schlechte Chancen, den Winter zu überstehen. Der Deutsche Tierschutzbund appelliert an die Bevölkerung, sich um hilfsbedürftige Igel zu kümmern.

„Für Igel wird es immer schwieriger, ausreichend Nahrung zu finden. Durch Pestizide, den Verlust natürlicher Lebensräume und den Klimawandel geht ihre wichtigste Nahrungsquelle, die Insekten, zunehmend zurück.  Besonders im Herbst wird der Nahrungsmangel zur Gefahr, wenn sich die Igel nicht genügend Fettreserven für den Winterschlaf anfressen können“, sagt Paulina Kuhn, Fachreferentin für Wildtiere beim Deutschen Tierschutzbund. 

So kann jeder Igeln helfen 

Gartenbesitzer können mit einfachen Maßnahmen dazu beitragen, Igel zu schützen und ihnen die Vorbereitung auf den Winterschlaf zu erleichtern. Naturnahe Gärten mit heimischen Pflanzen und Gehölzen bieten Nahrung und Rückzugsmöglichkeiten. Totholz, Laub- und Reisighaufen sowie spezielle Igelhäuser aus Holz oder Weidengeflecht dienen als Unterschlupf und Winterquartier. Kleine Durchgänge in Gartenzäunen ermöglichen es den Tieren, auf Nahrungssuche zwischen Gärten zu wechseln. Auf Pestizide, Laubbläser und Laubsauger sollte ebenso verzichtet werden wie auf den Einsatz von Mährobotern – insbesondere nachts. Laub- und Reisighaufen sollten vor dem Entfernen oder Verbrennen unbedingt auf mögliche Bewohner kontrolliert werden. Zudem gilt es, Gefahrenstellen wie Kellerschächte, Pools und Teiche abzusichern oder mit Ausstiegshilfen zu versehen.  

Da Igel nun kurz vor ihrem Winterschlaf stehen, können Tierfreunde sie bei Bedarf zufüttern. Hierfür eignet sich Katzendosen-Feuchtfutter ohne Gelee und Sauce mit mindestens sechzigprozentigem Fleischanteil oder hartgekochte Eier beziehungsweise ungewürztes Rührei. Obst, Gemüse und Essensreste sind ungeeignet. Eine flache Schale mit frischem Wasser kann zusätzlich helfen. Milch ist dagegen tabu.  

Verletzte, offensichtlich geschwächte oder kranke Igel brauchen Hilfe. Auch kleine Jungtiere, die tagsüber allein unterwegs sind, können in Not sein. Wer einen solchen Igel entdeckt, sollte sich an eine fachkundige Stelle – eine Igelstation, eine Tierarztpraxis oder einen örtlichen Tierschutzverein – wenden. Viele der Auffangstationen arbeiten derzeit am Limit und sind auf helfende Hände und Spenden angewiesen. Das Tierschutzzentrum Weidefeld des Deutschen Tierschutzbundes etwa musste bereits zum Herbststart vermehrt Igel aufnehmen, insbesondere auch verwaiste Jungtiere sowie Tiere, die weniger als 500 Gramm wiegen – ein kritischer Wert, um sicher durch den Winter zu kommen.

Quelle: Dt. Tierschutzbund

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