Pressemeldung vom 16.06.2026
Delfinshows, Erinnerungsfotos mit Wildtieren oder Ritte auf Elefanten und Kamelen gehören in vielen Urlaubsorten zum touristischen Angebot. Was für Reisende wie ein besonderes Erlebnis wirkt, ist für die beteiligten Tiere häufig mit Leid verbunden. Darauf macht der Deutsche Tierschutzbund aufmerksam und ruft Urlauber dazu auf, tierbezogene Attraktionen zu meiden.
„Im Urlaub sollten Reisende genau hinschauen und vermeintlich harmlose Attraktionen kritisch hinterfragen. Im Zweifel sollte man besser auf Aktivitäten ausweichen, die ohne Tiere auskommen“, erklärt Nina Brakebusch, Fachreferentin für interdisziplinäre Themen beim Deutschen Tierschutzbund. Viele Tiere leiden unter schlechten Haltungsbedingungen, Stress und Ausbeutung – oft verborgen vor den Augen der Urlauber. „Wer solche Angebote nutzt, nimmt Tierleid in Kauf und trägt bewusst oder unbewusst dazu bei, dass diese Praktiken fortbestehen“, so Brakebusch.
Beliebte Urlaubsfotos haben oft einen hohen Preis
Fotos mit exotischen Tieren gelten für viele Urlauber als besondere Erinnerung. Doch was harmlos erscheint, bedeutet für Affen, Papageien und Co. häufig erheblichen Stress durch den täglich mehrstündigen und engen Kontakt zu fremden Menschen. Oft stammen die Tiere aus der Wildnis oder wurden bereits als Jungtiere ihren Familienverbänden entrissen. Bei Affen werden dabei meist die Muttertiere getötet. Auch Löwen- und Tigerjunge werden häufig früh von ihren Müttern getrennt, um Touristen als Fotomotiv oder Streichelattraktion zu dienen. Wachsen die Tiere heran, landen viele in sogenannten „Canned-Hunting“-Anlagen, wo sie für zahlenden Jagdtouristen zum Abschuss freigegeben werden. Ausgewachsene Tiger werden für vermeintlich imposante Fotos mit Touristen unter Betäubungsmittel gesetzt.
Tierleid durch touristische Angebote und Traditionen
Auch Reitangebote oder Kutschfahrten mit Pferden, Eseln oder Kamelen sind häufig mit Leid verbunden. Viele der Tiere müssen bei hohen Temperaturen stundenlang Touristen transportieren, ohne dass für ausreichend Pausen, Wasser und Futter gesorgt ist. Auch eine medizinische Versorgung ist meist nicht gegeben. Ungeeignete Sättel und Geschirre können schmerzhafte Druck- und Scheuerstellen verursachen. Besonders tierschutzwidrig ist das Elefantenreiten, da die Wildtiere nur durch grausame Trainingsmethoden gefügig gemacht werden können, damit sie Menschen auf ihrem Rücken dulden.
Auch traditionelle Tierkämpfe gehen mit großem Leid für die Tiere einher und enden häufig tödlich. Bei Stierkämpfen in Frankreich, Portugal, Mexiko oder Brasilien erfahren die Stiere in der Arena starke Verletzungen und werden am Ende getötet. Auch unblutige Kämpfe sind mit großem Stress verbunden.
Quelle: Dt. Tierschutzbund
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