Bayern lässt seine Tierheime weiterhin im Regen stehen Drucken
Sonntag, 21. Dezember 2014 um 08:06 Uhr

Bayern lässt seine Tierheime weiterhin im Regen stehen

 

Mit einer Plakataktion, auf der Finanzminister Dr. Markus Söder als Baron Münchhausen abgebildet ist, bild1-sdermacht der Tierschutzbund Bayern, in dem 114 Bayerische Tierschutzvereine mit ihren 80 Tierheimen und 120.000 Mitgliedern zusammengeschlossen sind, seine Empörung deutlich. Auch im Entwurf des Staatshaushaltes 2015/2016 findet sich wieder kein einziger Cent für die Arbeit der Tierschutzvereine und der Tierheime.

 

Diese sorgen dafür, dass in Bayern überhaupt das Tierschutzgesetz vollzogen werden kann und Veterinärämter, Polizei und Zoll ihre Arbeit machen können, indem in den Tierheimen jährlich ca. 80.000 Tiere aufgenommen werden. Auch übernehmen die Tierheime für die Kommunen die Pflichtaufgabe der Aufnahme, Versorgung und Betreuung von Fundtieren und kümmern sich um die Kastration von Tausenden von herrenlosen Streunerkatzen. Für viele bayerische Tierheime verschärft sich die Situation immer mehr. Rückläufigen Spenden stehen immer mehr Tiere, die aufgenommen werden müssen, gegenüber. Ein Großteil der Tierheime hat nicht das Geld, um dringend notwendige Bau- und Sanierungsmaßnahmen durchzuführen, einige, wie z.B. Rosenheim, stehen vor dem Aus.

 

Während alle anderen Bundesländer Mittel für den Bau, die Renovierung und den Betrieb von Tierheimen bereitstellen, findet sich im neuen Doppelhaushalt (mit Ausnahme von Euro 15.000.-- für den Bayerischen Tierschutzpreis) kein Haushaltsposten für den caritativen Tierschutz.

 

Dabei hatte Staatsminister Dr. Markus Söder, der sich gerne als Tierfreund ablichten lässt, zu seiner Zeit als Umweltminister bei der Verleihung des Bayerischen Tierschutzpreises 2011 in Nürnberg auf die Frage, warum kein Geld für den Tierschutz in Bayern vorhanden ist, gemeint, "da müssen Sie sich an den Finanzminister wenden". Nicole Brühl, Präsidentin des Tierschutzbundes Bayern: "Wir haben große Hoffnungen in Finanzminister Söder gesetzt, dass er als erklärter Tierfreund endlich den hilfsbedürftigen Tieren und uns, die wir uns 365 Tage im Jahr um sie kümmern, gerecht wird. Diese Hoffnung wurde wieder einmal bitter enttäuscht."

 

Besonders verärgert sind Bayerns Tierschützer darüber, dass "Tiernutzer" auch im Doppelhaushalt 2015/2016 wieder großzügig bedient werden. Ob Bayerischer Bauernverband, Bayerischer Landesjagdverband, Fischereiverband - alle können sich über finanzielle Unterstützung freuen. Und für den Neubau von Tierversuchseinrichtungen im Freistaat werden Steuergelder in einer Größenordnung von mehreren 100 Mio. Euro bereit gestellt.

 

Nicole Brühl: "Bayern ist Schlusslicht in Deutschland wenn es um die Förderung des praktischen Tierschutzes und der Würdigung des tausendfachen Ehrenamtes in diesem Bereich geht. Wir erwarten von Herrn Minister Söder und der Bayerischen Staatsregierung, dass die Bayerische Verfassung endlich mit Leben erfüllt wird und die Verankerung des Tierschutzes nicht weiterhin ein zahnloser Papiertiger bleibt."