Exotenhaltung in Deutschland: Drucken
Freitag, 09. April 2010 um 07:17 Uhr

Nordrhein-Westfalen in der Pflicht

Kobra tot, politischer Handlungsbedarf bleibt


Der Deutsche Tierschutzbund erinnert an den politischen Handlungsbedarf bei der Haltung exotischer Tiere. Ende März nutzte NRW-Umweltminister Eckhard Uhlenberg den „Kobra-Vorfall" in Mülheim für einen weiteren Vorstoß bei der Diskussion um ein Verbot der Haltung von Exoten im

Privathaushalt.

 

 

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Sein Ministerium kündigte an, die Haltung exotischer Tiere auf die Tagesordnung der Agrarministerkonferenz Ende April zu setzen. Der Deutsche Tierschutzbund hat nun im Vorfeld der Konferenz bei Minister Uhlenberg nachgehakt sowie bei der Vorsitzenden der Agrarministerkonferenz, der schleswig-holsteinischen Landwirtschaftsministerin Juliane Rumpf, um Unterstützung für diese Initiative gebeten.

 

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Der Umgang mit wilden Tieren in Deutschlands Wohnzimmern ist uneinheitlich: Von einem generellen Halteverbot gefährlicher Arten im Vorreiterland Hessen seit 2007 über Regelungen im Landesnaturschutzgesetz wie in Schleswig-Holstein bis hin zu keinerlei gesetzlichen Steuerungen wie etwa in Nordrhein-Westfalen. Ergebnis: Interessenten reisen in die Bundesländer ohne Regelungen, um dort auf einer Tierbörse Exoten zu kaufen.

 

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Nachkontrollen gibt es nicht. Das führt dazu, dass  Tiere zwar legal erworben, aber z. B. aufgrund der Gesetzeslage dann illegal gehalten werden. „Im Prinzip kann heute jeder gefährliche Tiere im Kinderzimmer halten. Daher brauchen wir ein klares Verbot. Den Ankündigungen von Herrn Uhlenberg müssen sichtbare Taten folgen. Nur laute Worte alleine reichen nicht mehr", mahnt Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes.

 

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Zuletzt aktualisiert am Sonntag, 02. Mai 2010 um 02:08 Uhr