Ernte als Gefahr für Wildtiere! Drucken
Mittwoch, 07. Mai 2014 um 07:24 Uhr

Pressemitteilung: Ernte als Gefahr für Wildtiere!

 

Sobald auf Wiesen und Feldern die Ernte beginnt (in diesem Jahr aufgrund des milden Winters bereits jetzt schon) können die großen Erntemaschinen Wildtieren gefährlich werden, die in den Pflanzen Unterschlupf gesucht haben. Vor allem junge Hasen und Rehe ducken sich bei Gefahr und kauern regungslos am Boden, was ihnen beim Mähen zum Verhängnis wird. Die Maschinen zerstören Nester und Gelege von Vögeln, die auf Wiesen brüten. Viele dieser Vögel stehen auf der Roten Liste der bedrohten Arten, beispielsweise Kiebitz, Feldlerche, Bekassine und Wachtelkönig.

 

 

Schätzungen zufolge sterben auf diese Weise jährlich mindestens 500.000 Wildtiere - darunter allein 90.000 Rehkitze. Die hohen Zahlen hängen auch mit der Intensivierung der Landwirtschaft zusammen: Es werden schnell wachsende Grassorten eingesetzt, deren Wachstum durch Dünger nochmals beschleunigt wird, so dass häufig geschnitten werden muss - zum Teil alle sechs bis sieben Wochen. Die Mahd beginnt oft bereits sehr zeitig im Frühjahr - der typischen Brutzeit vieler Tiere.

 

Lösungsansätze

Für den Schutz größerer Wildtiere können Wildtierretter-Geräte eingesetzt werden, wie zum Beispiel der Wärmedetektor "Life finder" aus den USA. Damit können Landwirte die Tiere vor oder während des Mähens aufspüren. Andere Suchgeräte mit Mikrowellen- oder Infrarotsensoren, die den Wassergehalt und die Wärme der Umgebung messen und damit Tiere unterscheidbar machen, sind noch in der Entwicklung. Beide Verfahren helfen jedoch Feldhasen und Bodenbrütern wenig, weil die gefundenen Tiere vom Menschen aufgezogen werden müssten.

 

Am Tag vor dem Mähen können die Tiere durch Stangen mit flatternden Tüchern oder auch Blinklampen gewarnt werden. Die Muttertiere nehmen diese Störung wahr und verlassen mit ihren Jungen das Feld. Vor dem Mähen können Tiere auch durch akustische Signale von den Wiesen vertrieben werden. Dazu eignen sich zum Beispiel Flatterbänder, die bei Wind entsprechende Geräusche machen. Auch Vorrichtungen zur Schallerzeugung können gerade für die Rettung ältere Jungtiere erfolgreich eingesetzt werden.

Eine weitere Möglichkeit ist das Absuchen der Fläche mit Jagdhunden. Sinnvoll ist außerdem eine Mähweise vom inneren Teil des Feldes zum Rand, um den Tieren eine Chance zur Flucht zu geben. Langfristig ist ein nachhaltiger Schutz nur durch eine wildtierfreundliche Agrarpolitik zu erreichen.

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, 07. Mai 2014 um 07:26 Uhr