Mehr Tierschutz für Tiere in der Landwirtschaft Drucken
Sonntag, 22. Januar 2012 um 01:55 Uhr

Mehr Tierschutz für Tiere in der Landwirtschaft

und das Tierschutzlabel des Deutschen Tierschutzbundes

 

Nicht erst der aktuelle Antibiotika-Skandal macht klar: Es braucht einen Systemwechsel in der Agrarpolitik. In der heutigen Pressekonferenz erläuterte der Deutsche Tierschutzbund seine Kritik und nahm u. a. auch zu den bisher bekannten Plänen zur Novellierung des Tierschutzgesetzes Stellung. Es wurden zudem weitere Details zum Tierschutzlabel des Deutschen Tierschutzbundes vorgestellt.

 


Mit dem Tierschutzlabel sollen zukünftig Produkte tierischen Ursprungs gekennzeichnet werden, bei denen Tierschutzstandards weit über die gesetzlichen Vorgaben hinaus eingehalten werden. Geplant ist ein zweistufiges Verfahren. Die Kriterien sollen für alle landwirtschaftlich genutzten Tiere erarbeitet werden und die gesamte Produktionskette umfassen (Zucht bis Schlachtung). Gestartet wird mit einem Label für Produkte von Masthühnern und Mastschweinen.

 


„Die Politik ist in der Pflicht, über Gesetze Tierschutz durchgreifend zu regeln. Um den Markt schneller hin zu mehr Tierschutz zu verändern, führt der Deutsche Tierschutzbund ein Tierschutzlabel ein, dass wirklich „Für Mehr Tierschutz" steht", erläutert Wolfgang Apel, Ehrenpräsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Wer sich für Fleisch entscheidet, muss verlässlich und transparent erfahren, wie das Produkt aus Tierschutzsicht entstanden ist", so Apel weiter. Bisher gibt es kein explizites Tierschutzlabel. Der Deutsche Tierschutzbund ist sich sicher, dass freiwillige Kooperationen mit dem Handel und mit Erzeugern Tierschutzstandards und -bedingungen für eine große Anzahl an Tieren verbessern. Umfragen belegen immer wieder, dass ein Großteil der Verbraucher davon überzeugt ist, mit seiner Kaufentscheidung Einfluss auf den Tierschutz nehmen zu können. Die Mehrheit hat jedoch Schwierigkeiten, tiergerechter erzeugte Produkte zu erkennen. Zudem sind diese Produkte nicht flächendeckend verfügbar. Studien der Universität Göttingen bestätigen dies und schätzen das deutsche Marktsegment der an Tierschutz interessierten und zahlungsbereiten Verbraucher mit 20 Prozent der Bevölkerung als „einen ungehobenen Schatz".


Das Label orientiert sich an den in der „Initiative Tierwohl-Label" vereinbarten Eckpunkte. Zu diesen gehören neben Strukturierung, mehr Platz und Beschäftigungsmöglichkeiten in der 1. Labelstufe sowie beispielsweise das Verbot des Schwanzkupierens oder der betäubungslosen Kastration bei Mastschweinen. Auch für Transport und Schlachtung gibt es strenge Tierschutzrichtlinien. In der 2. Labelstufe kommt zusätzlich u. a. Zugang zu Auslauf und Freilandhaltung hinzu. Zudem gilt: Wer die 1. Labelstufe anbieten möchte, muss auch Produkte der 2. Labelstufe im Angebot haben.

 

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Bild:©wf

 

Weiter Informationen zum "Tierschutzlabel" finden Sie unter >>>>http://www.tierschutzbund.de/tierschutzlabel.html

 

 

 

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, 22. Januar 2012 um 02:14 Uhr