Anbindehaltung von Pferden in Bayern Drucken
Montag, 01. Februar 2010 um 20:03 Uhr

Pressemeldung Deutscher Tierschutzbund e.V.

vom 1.02.2010

Schlusslicht Bayern bei Anbindehaltung von Pferden: Strafanzeige gegen Pferdehof gestellt – Druck auf Staatsregierung

Der Deutsche Tierschutzbund setzt sich seit vielen Jahren für die Abschaffung der Anbindehaltung (Ständerhaltung) von Pferden ein. Die Bayerische Staatsregierung hat sich bisher verweigert, ein Verbot der tierschutzwidrigen Haltung durchzusetzen. Der Deutsche Tierschutzbund stellte jetzt eine Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Nürnberg/ Fürth gegen dieBetreiber des „Gasthof Kloster Seligenporten" in Bayern.

 

Dadurch soll das Ende dieser tierschutzwidrigen Haltungsform eingeleitet werden.
Die in Ständern gehaltenen Pferde können sich nicht in die zum Tiefschlaf unerlässliche Seitenlage legen und das Bedürfnis nach Bewegung, Körperpflege und Sozialkontakt kann nicht gestillt werden. Schwere Verhaltensstörungen sind die Folgen. Nachdem die Pferdezeitschrift „Cavallo" im vergangenen Jahr über die Anbindehaltung von Schulpferden in einem Reitbetrieb nahe Nürnberg berichtet hatte, recherchierte der Deutsche Tierschutzbund die Beweise nach und stellte Strafanzeige gegen die Betreiber.


„In Ständern angebunden, starren Pferde die Wände an. In dieser Haltungsform werden die grundlegenden Bedürfnisse des Flucht- und Herdentiers Pferd völlig missachtet. Wenn die Staatsregierung nicht handelt, müssen die Gerichte es klären", erläutert Brigitte Rusche, Leiterin der Akademie für Tierschutz und Vizepräsidentin des Deutschen Tierschutzbundes, die Strafanzeige.


Der Deutsche Tierschutzbund fordert die Staatsregierung in Bayern auf, dem Beispiel der übrigen Bundesländer zu folgen und ein klares Verbot dieser Haltungsform zu erlassen und damit auch den Vollzug zu erleichtern. In den „Leitlinien zur Beurteilung von Pferdehaltungen unter Tierschutzgesichtspunkten" vom Juni 2009, die eine Expertengruppe im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten überarbeitet hat, heißt es: „Eine dauerhafte Anbindehaltung von Pferden ist tierschutzwidrig." „Umso bedauerlicher, dass es immer noch Reitställe gibt, die diese Form der Pferdehaltung praktizieren", so die Vizepräsidentin.


Ein Gutachten im Auftrag des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Gesundheit belegt, dass noch über 140 Betriebe in Bayern existieren, in denen diese Praxis an der Tagesordnung ist. „Wir reden hier von rund 1000 Pferden in Bayern– die meisten davon Reitschulpferde und Kaltblüter für Festumzüge ? die davon betroffen sind", so Rusche.
Hinweis an die Redaktionen:


Bildmaterial zum Thema „Anbindehaltung" ist bei der Pressestelle des Deutschen Tierschutzbundes unter Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können. oder 0228/60496-24 abrufbar.