Illegale Tötung von streng geschützten Tieren in Bayern Drucken
Freitag, 29. Juli 2016 um 07:56 Uhr

Liebe Mitglieder, Tierschützer und Tierfreunde,

 

eine schriftliche Anfrage des Abgeordneten Florian von Brunn (SPD) an das bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz in Bezug auf die illegale Tötung von streng geschützten Raubtieren, Greifvögeln und Eulen in Bayern seit 2010 wurde von der Staatsministerin des bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz beantwortet.

 

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                                                                                                                        Bilder © mf

 

 

Die 13 seitige Erläuterung und Auflistung des bayerischen Staatsministeriums über die getöteten und verschollenen Tiere ist erschreckend.

So sind seit 2010 sind in Bayern nachgewiesenermaßen durch kriminelle Handlungen drei Fischotter und fünf Luchse getötet worden:

 

-       Fischotter 2014          2 Tiere in einem Sack ertränkt

-       Fischotter 2015          in Tierfalle getötet

-       1 Luchs 2012             vergiftet

-       1 Luchs 2013             trächtiges Weibchen mit Schrot erschossen

-       1 Luchs 2015             Fund von Vorderläufen von zwei Tieren

-       1 Luchs                      erdrosselt

 

In weiteren 14 Fällen sind Luchse einfach „verschollen“ wobei eine illegale Verfolgung durch den Menschen als Ursache nicht ausgeschlossen wird.

Was die Greifvögel betrifft so wurden im Zeitraum 2010 bis 2015 insgesamt 85 Vögel als Opfer illegaler Handlungen bekannt.

 

In der polizeilichen Vorgangsverwaltung sind weitere 8 Verdachtsfälle von illegaler Tötung erfasst, jedoch ohne Einzelerfassung der einzelnen Vogelarten.

Für 2015 und 2016 stehen noch Untersuchungsergebnisse aus, so dass die Zahl der getöteten Greifvögel wahrscheinlich noch höher ist.

 

Es handelt sich um die Arten: Seeadler, Habicht, Sperber, Wanderfalke, Mäusebussard, Gänsegeier, Rohrweihe, Kornweihe, Rotmilan, Schwarzmilan und Uhu.

 

Als Todesursachen werden unter anderem aufgeführt:

 

geschossen, Fang, vergiftet mit Carbofuran, vergiftet mit Paraoxon, vergiftet mit Marcumar, vergiftet mit unbekannten Gift, im Nest geschossener Jungvogel, und noch weitere Todesursachen.

 

Tatverdächtige Personen wurden nach polizeilicher Vorgangsverwaltung nur in zwei Fällen ermittelt (Seeadler und in Tierfalle verstorbener Greifvogel). Da aber gegen die Beschuldigten ein Tatnachweis nicht mit der für eine Anklageerhebung erforderlichen Sicherheit geführt werden konnte, wurden von der Staatsanwaltschaft die Ermittlungsverfahren eingestellt.

 

So steht zu hoffen, dass die Verantwortlichen durch Kenntnis dieser furchtbaren Zahlen und Taten sehr schnell ein verbessertes Handlungskonzept entwickeln, damit die Effizienz der polizeilichen Ermittlungen bei der Tötung von streng geschützten Tierarten zukünftig wesentlich verbessert wird.

 

Durch Verkehrsunfälle und andere Unfälle kamen in Bayern ums Leben (nur das was offiziell bekannt wurde)

-       1 Wolf

-       7 Luchse

-       13 Wildkatzen

-       98 Fischotter (sowie weitere 11 Fischotter durch sonstige Ursachen).

Die detaillierte Antwort des bayerischen Staatsministerium mit Listung der Landkreise, der bekannten Ursachen die zum Tod der einzelnen Tiere führten und weiteren Angaben liegt uns vor und kann bei Interesse angefordert werden.

 

 

Herzliche Grüße

 

Robert Derbeck

 

Zuletzt aktualisiert am Freitag, 29. Juli 2016 um 08:11 Uhr