Tierschützer fordern Verbot der Haltung von Gehegewild in Solarparks Drucken
Donnerstag, 22. Januar 2015 um 03:56 Uhr

Tierschützer fordern Verbot der Haltung von Gehegewild in Solarparks

 
Voraussetzung für die Funktionsfähigkeit von Solarmodulen ist die Verhinderung von Beschattung durch Pflanzenaufwuchs. Deshalb werden vermehrt Schafe, Ziegen, kleine Rinderrassen, Sitka-,Damm- und Rotwild als "tierische Rasenmäher" in den umzäunten Solarparks eingesetzt. Eine Genehmigung ist tierschutzrechtlich nicht mehr erforderlich. Nach einer entsprechenden Rechtsänderung zum Zwecke der Entbürokratisierung muss ein solches Gehege nach § 11 Abs. 6 Tierschutzgesetz nur noch angezeigt werden. "Wer gewerbsmäßig Gehegewild halten will, hat dies vier Wochen vor Aufnahme der Tätigkeit der zuständigen Behörde anzuzeigen."  

Für den Deutschen Tierschutzbund, Landesverband Bayern verstößt die Haltung von  Geweihträgern in Solarparks gegen das Tierschutzgesetz und die Bayerische Gehegewildrichtlinie.

 

Tessy Lödermann, Vizepräsidentin des Landesverbandes: "Geweihtragende Fluchttiere können zwischen Solarpanelen nicht art- und verhaltensgerecht gehalten werden. Sie können weder die Bodenfläche uneingeschränkt nutzen, noch ihr Sozialverhalten und ihre natürlichen Bedürfnisse wie Rückzugsmöglichkeiten, Fegen, Suhlen ausleben. Zudem stellen die  Ecken und Kanten der PV-Platten, Verspannungen mit Drahtseilen, Stacheldraht auf den Maschendrahtumzäunungen eine erhebliche Verletzungsgefahr dar."   

 

rotwild solarpark

Bild: Rotwildhaltung auf PV-Fläche neben Autobahn im Landkreis Deggendorf

(Tessy Lödermann)

 
Hier ist nun die Politik gefragt. Der Tierschutzbund Bayern wird das Thema bei der nächsten Sitzung des Tierschutzbeirats auf die Tagesordnung setzen. "Wir fordern, dass die Haltung von Gehegewild in PV-Anlagen verboten und uns eine wissenschaftlich fundierte Antwort auf die Frage gegeben wir, ob  das Halten von Rindern, Ziegen und Schafen auf derartigen Flächen tierschutzkonform  überhaupt möglich ist, oder nicht", so Tessy Lödermann.