Trauriger Alltag für Menschenaffen im Zoo Drucken
Montag, 25. Juni 2012 um 09:32 Uhr

Trauriger Alltag für Menschenaffen im Zoo – Gesetzgeber gefordert (DTB 25.06.2012)


Trauriger Alltag für Menschenaffen im Zoo - Gesetzgeber gefordert Ohne Rückzugsmöglichkeiten den Blicken der Besucher permanent ausgesetzt, zu wenig oder mangelhafte, ein vorgeschriebener Innenraum von gerade mal 25 m2 für bis zu zwei Tiere - so sieht der Alltag von hochintelligenten Tieren aus, die eigentlich in großen Sozialverbänden leben, Werkzeuge nutzen, intensiv miteinanderkommunizieren und sich selbst erkennen. Das Leiden der Gorillas, Schimpansen und Orang-Utans hinter Gittern, die der Deutsche Tierschutzbund schon jahrelang kritisiert, wurde aktuell erneut thematisch von der Zeitschrift National Geographic aufgegriffen und mit der Forderung nach umfassenden Grundrechten für diese Tiere verbunden.

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Bild©mf(2012-Nürnberger-Zoo) zum vergrößern aufs Bild klicken

„Menschenaffen in kleinen Käfigen zu halten, ist angesichts der vorliegenden Erkenntnisse über unsere nächsten Verwandten nicht länger akzeptabel. Solange sie weiter im Zoo gehalten werden, ist es das Mindeste, ihnen angemessene Lebensbedingungen zu bieten und wenigstens die gesetzlichen Rahmenbedingungen für die Haltung gravierend zu verbessern", fordert Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „

 

 

Die derzeitigen Mindestvorgaben an die Haltung von Schimpansen, Gorillas und Co. sind leider absolut unzureichend. Aus Tierschutzsicht geht es - wenn überhaupt - nur, wenn Haltung, Fütterung, Beschäftigungsmanagement und Sozialstruktur optimal auf die Bedürfnisse der Tiere angepasst sind", so Schröder.

Menschenaffen wie Schimpansen, die in der Natur in zum Teil großen Sozialverbänden leben, werden oft aus Mangel an Platz oder finanziellen Möglichkeiten in zu kleinen Gruppen, falscher Zusammenstellung oder gar allein gehalten. Erhebliches psychisches Leid durch Vereinsamung sowie Verhaltensstörungen ist die Folge. Obwohl es bereits viele Erkenntnisse gibt, wie die Tiere sinnvoll zu beschäftigen sind, werden derartige Maßnahmen leider noch nicht in allen Zoos durchgeführt. Der Deutsche Tierschutzbund spricht sich daher in aller Deutlichkeit dafür aus, die Haltung von Menschenaffen auf den Prüfstand zu stellen und die Haltungsanforderungen für diesehochsozialen Primaten entsprechend anzupassen.

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Dieses Bild haben wir im August 1981 im Nürberger Zoo aufgenommen - an der Haltung der Gorillas hat sich nicht viel veränderte!

Bild©wf zum vergrößern aufs Bild klicken

 

 

 

 

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, 18. Juli 2012 um 12:08 Uhr