Katzenschwemme in Tierheimen – Stadt Bonn entscheidet über Katzenkastrationsverordnung Drucken
Mittwoch, 30. Mai 2012 um 11:20 Uhr

Katzenschwemme in Tierheimen – Stadt Bonn entscheidet über Katzenkastrationsverordnung

 

 

1-katze-kl 

Die „Maikätzchen“ bedeuten auch in diesem Jahr wieder eine schwierige Herausforderung für die dem Deutschen Tierschutzbund angeschlossenen über 500 Tierheime. Pro Jahr werden dort mehr als 130.000 Katzen aufgenommen. Um die unkontrollierte Vermehrung von Katzen zu verhindern, appellieren die Tierschützer daher an alle Katzenbesitzer, ihre Tiere kastrieren zu lassen.

 

  Morgen steht dazu ein Entwurf zur Katzenkastrationsverordnung im Stadtrat Bonn auf der Tagesordnung. Neben der Kastrationspflicht ist eine Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für „Freigänger-Katzen“ geplant. Der Bonner Tierschutzverein und sein Dachverband, der Deutsche Tierschutzbund, begrüßen den Entwurf und fordern die Zustimmung des Rates.

  

 „Wir freuen uns, dass immer mehr Städte das Problem der unkontrollierten Vermehrung von Katzen und damit die immer größer werdende Katzenpopulation angehen. Nur dadurch, dass auch Freigängerkatzen kastriert werden, kann das Elend frei lebender Katzen beendet werden“, so Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. Die Einführung der Kastrationspflicht verhindert, dass sich Freigängerkatzen fortpflanzen und ihren Nachwuchs sich selbst überlassen. „Es ist ein alter Aberglaube, dass sich ausgesetzte oder sich selbst überlassene Katzen eigenständig versorgen können. Nicht zu unterschätzen sind die sich ausbreitenden und zum Teil auf Menschen übertragbaren Krankheitserreger, wie z.B. Darmparasiten“, so Sabine Reuter vom Bonner Tierschutzverein. Fast täglich erreichen den Bonner Tierschutzverein Hinweise über Muttertiere, die um das eigene als auch um das Überleben ihrer Katzenkinder kämpfen müssen. Viele Katzenkinder verlieren den Kampf, sie verdursten, verhungern oder fallen Ratten zum Opfer. Neun Katzenfamilien befinden sich bereits im Tierheim Bonn. Acht Katzenkinder sind mutterlos und müssen alle zwei Stunden mit der Flasche versorgt werden. Eine Zeitressource, die auch mit einem eingespielten Personalteam das Tierheim an seine Grenzen bringt.

 

 Katzenschwemme in deutschen Tierheimen

  Die Vermittlung von Katzen, besonders von älteren Tieren, wird schwieriger. In der Folge steigen die Verweildauer der Tiere in den Tierheimen und die damit verbundenen Kosten. Das Schicksal der neugeborenen Katzen, die nicht in einem Tierheim auf neue Besitzer warten, ist indes ungewiss. Der Deutsche Tierschutzbund richtet daher an alle Katzenbesitzer einen dringenden Appell, Tiere frühzeitig beim Tierarzt kastrieren zu lassen. Darüber hinaus sollte jedes Haustier eindeutig mit einem Mikrochip gekennzeichnet und beim Deutschen Haustierregister (www.registrier-dein-tier.de) kostenfrei eingetragen werden. Nur so kann das Tier bei Verlust eindeutig identifiziert und dem Besitzer zurückgeführt werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, 30. Mai 2012 um 11:25 Uhr