Protest gegen Tötung freilebender Hunde Drucken
Donnerstag, 01. Dezember 2011 um 01:15 Uhr

Protest gegen Tötung frei lebender Hunde    (Deutscher Tierschutzbund e.V.)

Massentötungen zur Fußball-Europameisterschaft 2012


Im Zuge der Fußball-Europameisterschaft ist es zu Tötungsaktionen in Städten der Ukraine gekommen, um die Anzahl der Straßentiere zu reduzieren.

Die brutale Tötung der Hunde zur vermeintlichen Verschönerung des Stadtbildes lehnt der Deutsche Tierschutzbund vehement ab. In einem Schreiben hat er UEFA-Präsident Michel Platini

um eine öffentliche Stellungnahme gebeten, dass dieser tierschutzwidrige Weg innerhalb der UEFA keine Akzeptanz findet. Auch den Präsidenten der Ukraine, Viktor Yanukovyc, sowie

den Leiter der Stadtverwaltung von Kiew, Olexandr Popov, hat der Deutsche Tierschutzbund aufgefordert, ein klares Zeichen für den Tierschutz zu setzen, solche Tötungsaktionen zu verhindern

und für die Zukunft zu untersagen.

In Gesprächen vor Ort in Kiew hat sich die Regierung dazu bekannt, mögliche neue Tötungen hart zu bestrafen. Das sieht der Deutsche Tierschutzbund aber nicht als Entwarnung.

Der öffentliche Druck muss bleiben, damit diesen Worten Taten folgen und Hundetötungen beendet werden. Auch den Deutschen Fußballbund (DFB) und die EM-Hauptsponsoren

hat der Deutsche Tierschutzbund dazu aufgerufen, ein tierschutzgerechtes Konzept „Fangen, Kastrieren und Freilassen" zu unterstützen - wie es im Tierschutz- und Kastrationszentrum

in Odessa praktiziert wird.

 

Das Team des Tierschutz- und Kastrationszentrum Odessa protestiert gegen Tötung frei lebender Hunde im Zuge der Fußball-EM 2012.

 

Bei einem Besuch des ukrainischen Präsidenten in der Stadt Odessa hat das Team unseres Tierschutz- und Kastrationszentrums an einer Straßenkreuzung gegen die Tötung

der Straßenhunde an den Spielorten der EM demonstriert und die Bürger Odessas auf das Thema aufmerksam gemacht - Schriftzüge auf den Plakaten:

"Herr Präsident stoppen Sie die Tötung der Strassentiere zur EURO 2012", "Wir leben auch gerne" und "Die Straßentiere haben auch ein Recht auf Leben".

Der Deutsche Tierschutzbund steht weiterhin mit seinen Partner in Kiew und Odessa in Kontakt und wird alles Menschenmögliche dafür tun, um Massentötungen von Straßenhunden abzuwenden.

 

EU-Parlament entscheidet für tierschutzkonforme Maßnahmen zur Kontrolle der Hundepopulation

 

Die hohe Population von Straßenhunden ist in vielen südlichen und östlichen Ländern Europas ein großes Problem. Die örtlichen Behörden reagieren darauf, in dem sie tausende gesunder Hunde töten.

Diese Maßnahme ist nicht nur äußerst grausam, sondern auch sinnlos, denn die Anzahl der Straßentiere verringert sich dadurch nicht. Einerseits kommen in den Haushalten immer wieder neue

Hundewelpen zur Welt, die dann nicht selten ausgesetzt werden. Auf der anderen Seite steigt auch die Überlebenschance der Welpen, die auf der Straße zur Welt kommen.

Denn diesen Hunden steht durch das Wegfangen bzw. Töten anderer Tiere mehr Futter zur Verfügung und sie besetzen die dadurch frei gewordenen Plätze.

Wenn diese Überpopulation und das damit verbundene Elend der Straßenhunde dauerhaft vermindert werden soll, sind neue Konzepte für eine tiergerechte Lösung der Problematik

in den Mitgliedstaaten notwendig. Hierzu gehören u.a. die Registrierung der Tiere, die Tollwutimpfung sowie die Kastration der frei lebenden Hunde.

 

Zusammen mit der Eurogroup for Animals hat der Deutsche Tierschutzbund das Europäische Parlament um Unterstützung gebeten.

Die Mehrheit der Abgeordneten hat im Oktober 2011 einer Erklärung zur tierschutzkonformen Kontrolle der Hundepopulation in der Europäischen Union zugestimmt.

Mit dieser werden EU-Kommission und die Mitgliederstaaten aufgefordert entsprechende Maßnahmen einzuleiten. Diese könnten so aussehen, dass die Straßenhunde bspw. gebietsweise

eingefangen und in einem Tierschutzzentrum medizinisch versorgt, kastriert und gekennzeichnet werden - so wie es der Deutsche Tierschutzbund bereits mit seinem Tierschutzprojekt Odessa

in der Ukraine umsetzt.

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, 01. Dezember 2011 um 01:22 Uhr