Start Tierschutzpolitik CSU gibt kein Geld für Reptilienauffangstation
CSU gibt kein Geld für Reptilienauffangstation PDF Drucken E-Mail
Montag, 13. Juni 2016 um 01:38 Uhr

CSU gibt kein Geld für Reptilienauffangstation

SPD-Tierschutzexperten: Schlangen und Krokodile notfalls im Umweltministerium abgeben

Für gefährliche Reptilien, wie Krokodile oder Schlangen, die von Privatleuten abgegeben werden, gibt es in Bayern künftig keinen sicheren Unterbringungsort mehr. Die CSU stimmte am Donnerstag im Landtag gegen einen Antrag der SPD-Fraktion, einen neuen Standort für die einzige offizielle Reptilienauffangstation zu finanzieren.

Der Landtagsabgeordnete und SPD-Tierschutzexperte Herbert Woerlein e1sorgt sich nun um die Sicherheit der Tiere und der Bevölkerung: „Wo sollen die gefährlichen Tiere, die abgegeben oder von den Behörden beschlagnahmt wurden, denn nun hin? Normale Tierheime dürfen sie gar nicht annehmen. Ich fürchte, einige der Krokodile und Schlangen werden dann von überforderten Besitzern einfach im nächsten Badesee ausgesetzt.“

 

Bislang nutzt die Reptilienauffangstation Räumlichkeiten der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Die SPD-Abgeordnete und frühere langjährige Vizepräsidentin des bayerischen Tierschutzbundes, Susann Biedefeld, beklagt: „Die Platzverhältnisse dort sind mit bis zu 1.500 Tieren schon lange untragbar. Und außerdem will die Uni die Räume für sich nutzen und hat den Mietvertrag gekündigt.“

 

Ein neues Grundstück hat der Trägerverein der Auffangstation bereits in Neufahrn bei Freising gefunden und würde es auch selbst kaufen. Doch der Neubau der nötigen, besonders gesicherten Gebäude übersteigt die Finanzkraft des Vereins. Biedefeld sieht den Freistaat in der Pflicht: „Nach unserer Ansicht muss der Freistaat das nötige Geld zur Verfügung stellen. Es geht um einmalig 15 Millionen Euro. Aber die Auffangstation übernimmt ja auch eine wichtige Aufgabe für die Allgemeinheit.“

Falls sich die Staatsregierung weiter weigern sollte, regt Biedefeld eine pragmatische Lösung an:

"Wer Reptilien abzugeben hat, sollte sie einfach zum Umweltministerium bringen. Ministerin Scharf wird sich bestimmt liebevoll um die Krokodile und deren Verwandte kümmern."

 
Copyright © 2017 Deutscher Tierschutzbund Landesverband Bayern. Alle Rechte vorbehalten.
Joomla! ist freie, unter der GNU/GPL-Lizenz veröffentlichte Software.