Start Tierschutzpolitik 1. Nordbayerischer Tierschutzstammtisch der SPD-Landtagsfraktion zum Auftakt in Feucht
1. Nordbayerischer Tierschutzstammtisch der SPD-Landtagsfraktion zum Auftakt in Feucht PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, 09. Juni 2016 um 05:58 Uhr

Tierschützer und SPD sind sich einig: Im Freistaat Bayern besteht großer politischer Handlungsbedarf beim Tierschutz, CSU blockiert jeglichen Fortschritt

 

 

1. Nordbayerischer Tierschutzstammtisch der SPD-Landtagsfraktion zum Auftakt in Feucht

 

auto robertIn Bayern ist in Sachen Tierschutz noch viel Luft nach oben. Darüber waren sich die beiden tierschutzpolitischen Sprecher der SPD-Landtagsfraktion Susann Biedefeld und Herbert Woerlein mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des 1. Nordbayerischen Tierschutzstammtisches der SPD-Landtagsfraktion einig. Die SPD-Landtagsfraktion macht im Bayerischen Landtag seit Jahren auf die fehlende Unterstützung und Anerkennung für den Tierschutz in Bayern aufmerksam. Die bisher eingebrachten Parlamentarischen Initiativen scheiterten jedoch oftmals an der Uneinsichtigkeit der CSU-Mehrheitsfraktion im Bayerischen Landtag. Die CSU steht nicht für mehr Tierschutz, sondern ausschließlich für Blockadepolitik.

 

Die SPD-Landtagsfraktion steht in ihrer Tierschutzarbeit in ständigem Austausch mit den Tierschutzvereinen und -verbänden. So hat sich beispielsweise der tierschutzpolitische Stammtisch der SPD-Landtagsfraktion in München in jüngster Vergangenheit zu einer festen Größe in diesem wichtigen und leider wenig beachteten Politikfeld entwickelt. Durch die Anregungen aus der Praxis konnten in der Vergangenheit viele Initiativen gestartet und erfolgreich umgesetzt werden.

 

Um den Kontakt und den Austausch mit den Tierschützerinnen und Tierschützern vor Ort noch weiter zu verstärken, wird die SPD-Landtagsfraktion neben dem Tierschutzstammtisch in München in Zukunft auch regelmäßig regionale Stammtische vor Ort in Nord- und Südbayern veranstalten. Zum 1. Nordbayerischen Tierschutzstammtisch luden Susann Biedefeld und Herbert Woerlein in die AWO Begegnungsstätte in Feucht ein. „Die zahlreiche Teilnahme an unserem ersten Nordbayernstammtisch in Feucht hat uns sehr gefreut und ist gleichzeitig eine Bestärkung für unsere Arbeit im Bayerischen Landtag“, zeigt sich Susann Biedefeld erfreut. Neben Vertreterinnen und Vertreter zahlreicher Tierschutzvereinen und Tierheimen waren auch mehrere Mitglieder der Feuchter SPD anwesend, um ihre Unterstützung für den Tierschutz zum Ausdruck zu bringen.

 

Susann Biedefeld berichtete über die Vielzahl an Initiativen, die die SPD-Landtagsfraktion in den letzten Monaten in Sachen Tierschutz im Bayerischen Landtag eingebracht hat. So wurde vor wenigen Wochen auf Initiative der SPD-Landtagsfraktion im Bayerischen Landtag eine Expertenanhörung zur finanziellen Situation der Tierheime in Bayern, zu illegalen Welpentransporten und zur Kastrations- und Kennzeichnungspflicht für Katzen durchgeführt.

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Auch am Tierschutzstammtisch waren die Finanzsituation und die zunehmenden illegalen Welpentransporte ein großes Thema. So berichtete Wolfgang Friedl, Mitglied des Präsidiums des Deutschen Tierschutzbundes, Landesverband Bayern, dass die Tierschutzvereine bei der Betreuung und Pflege von Fundtieren, die sie im Auftrag der Kommunen erledigen, unterschiedlich stark von den Kommunen unterstützt werden. Demnach gibt es nur wenige Kommunen in Bayern, die ihren Tierheimen im Rahmen der sogenannten Fundtierpauschale mehr als einen Euro pro Einwohner überweisen. Viele Kommunen hingegen erstatten nur einen Bruchteil dessen, was an tatsächlichen Kosten für die Pflege und Unterbringung von Fundtieren in den Tierheimen anfallen.

 

Auch bei den illegalen Welpentransporten und einer durch die Amtstierärzte angeordnete Quarantäne der Tiere bleiben die Tierheime oftmals auf einem beträchtlichen Teil der Kosten sitzen. Daher habe nun der Tierschutzverein Stadt und Landkreis Schweinfurt beispielsweise eine Musterklage gegen das Landratsamt in Schweinfurt eingereicht.

 

Herbert Sauerer, Vorsitzender des Tierschutzvereins Feucht, beklagte, dass die Tierschutzvereine und die Tierheime unter anderem durch die Veterinärämter mit der Erledigung öffentlicher Aufgaben beauftragt werden, die Kosten hierfür aber oftmals nicht durch die Veterinärämter bzw. den Auftraggeber beglichen werden.

 

Viele Tierheime leben derzeit vor allem von ihren Rücklagen und den Spenden, die sie erhalten. Eine sichere Finanzplanung und die Sanierung der oftmals in die Tage gekommen Gebäude sind so jedoch kaum möglich. Susann Biedefeld, tierschutzpolitische Sprecherin, kritisierte daher teilnehmer-2die Bayerische Staatsregierung für die fehlende Unterstützung der Tierheime in Bayern. „Der Freistaat Bayern muss sich endlich ein Vorbild an anderen Bundesländern nehmen und unsere bayerischen Tierheime endlich finanziell unterstützen. Ohne die wichtige und vielfältige ehrenamtliche Arbeit unserer Tierheime und Tierschutzvereine könnte der Freistaat Bayern seine Aufgaben im Tierschutz schon längst nicht mehr bewältigen“, betonte Susann Biedefeld.

 

 

 

 

 

 

 

Neben der Finanzsituation der Tierheime ist auch die Wildtierhaltung in Zirkussen ein Thema, das die Tierschützerinnen und Tierschützer teilnehmer-1derzeit sehr bewegt. Umfragen zeigen deutlich, dass ein Großteil der Bevölkerung sich inzwischen gegen die Wildtierhaltung in Zirkussen ausspricht. Dennoch haben vor allem CSU-Abgeordnete und die CSU-Staatsregierung im Bund ein entsprechendes Verbot bisher blockiert. Da es auf Bundesebene nur sehr langsam voran geht, einigten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des 1. Nordbayerischen Tierschutzstammtisches noch stärker als bisher das Gespräch mit den Kommunen zu suchen. Diese könnten ihre Grundstücke nur für Zirkusse zur Verfügung stellen, die keine Wildtiere halten. „Eine artgerechte Haltung von Wildtieren ist in einem Zirkus nicht möglich. Die Wildtierhaltung in Zirkussen ist veraltet und nicht mehr zeitgemäß. Ein Verbot ist überfällig“, zeigte sich die tierschutzpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion überzeugt.

 

 

Zum Abschluss des 1. Nordbayernstammtisches in Feucht lud Susann Biedefeld alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum nächsten nordbayerischen Tierschutzstammtisch am 26. November 2016 in Hammelburg (Unterfranken) ein. Der SPD-Ortsvereinsvorsitzenden und Gemeinderätin Inge Jabs sowie dem Vorsitzenden des Feuchter Tierschutzvereins Herbert Sauerer dankten Susann Biedefeld und Herbert Woerlein für ihre Unterstützung im Vorfeld der Veranstaltung.

 

 

 
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