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Warnung vor Straßenhändler mit Hundewelpen PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, 09. Februar 2012 um 12:19 Uhr
 Warnung vor Straßenhändler mit Hundewelpen!

Das derzeitige Drama im Nürnberger Tierheim zeigt mal wieder, unter was für grauenvollen Bedingungen Hundewelpen zu uns nach Deutschland, bzw. Bayern importiert werden. 92 verwahrloste Hundewelpen wurden im Landkreis Erlangen von der Polizei auf einem Autobahnparkplatz entdeckt und sofort beschlagnahmt. Die Tiere befinden sich nun auf der Krankenstation des Nürnberger Tierheims und werden medizinisch versorgt. Der Deutsche Tierschutzbund und sein Landesverband Bayern warnt dringend vor dem Kauf von Hundewelpen über Straßenhändler.
„Diese Hundeimporte aus irgendwelchen Hinterhof-Tierfabriken gehen auf Kosten der Welpen. Die Tiere werden zu früh von den Müttern, die oft als Gebärmaschinen missbraucht werden, getrennt. Oft fehlen Impfungen und Begleitpapiere wie der Heimtierausweis und auch die Kennzeichnung oder Tätowierung. Viele sind, auch durch die Strapazen der langen Transportfahrten, geschwächt und kaum überlebensfähig. Krankheiten und Verhaltensstörungen sind die Folge“, warnt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes.

Etliche Käufer merken erst zu Hause, dass das vermeintliche Schnäppchen kostspielig wird. Weil sie sich die zu erwartenden Kosten der tierärztlichen Behandlung nicht leisten können, geben viele Käufer die Tiere dann in den Tierheimen des Deutschen Tierschutzbundes ab. Dort ringen die Tiere nicht selten mit dem Tod, weil oft jede Hilfe für sie zu spät kommt.

„Dies ist leider kein Einzelfall, denn der Handel mit Welpen boomt, und nur selten werden die Händler, wie hier, auf frischer Tat ertappt. Immer wieder müssen Tierheime Hunde aufnehmen, die vom Zoll oder von der Polizei beschlagnahmt wurden. Und das nicht nur im Grenzbereich oder an den Flughäfen, sondern bundesweit“, weiß Nicole Brühl, Präsidentin des Deutschen Tierschutzbundes, Landesverband Bayern e.V..

Allzu groß ist die Versuchung für die Welpen-Mafia schnelles Geld zu machen. So kostet die Heim- oder Massentierzucht in Osteuropa nur wenige Euro pro Tier, während im Westen 250 oder 300 Euro nötig sind. Tierschutz? Fehlanzeige, nur der Profit zählt. In Kleinanzeigen und im Internet werden viele Hundewelpen angeboten, die aus Hundefabriken aus dem Ausland stammen. Händler werben damit, eine große Auswahl verschiedener Rassen anbieten zu können. Das Leid der Hundewelpen kann nur durch strikte Grenzkontrollen, konsequentes Durchgreifen in den Ländern vor Ort und harte Strafen für die Verantwortlichen beendet werden.

„Wir warnen all Tierfreunde dringend davor, Hundewelpen und andere Tiere „anonym“ von Straßenhändlern zu kaufen. Jedem muss klar sein, dass er den tierschutzwidrigen Handel unterstützt, sobald er einem dubiosen Händler oder Züchter ein Tier abkauft. Der erste Gang sollte immer ins Tierheim gehen, dort ist die notwendige Sachkunde vorhanden. Tolle Hunde warten dort auf eine zweite Chance“, rät Brühl weiter.
 
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