Start Tierschutzpolitik Wildtierverbot für Zirkus, Regierung stimmt dagegen
Wildtierverbot für Zirkus, Regierung stimmt dagegen PDF Drucken E-Mail
Freitag, 16. Dezember 2011 um 10:30 Uhr

Wildtierverbot für Zirkus:

Blamage - Regierungskoalition stimmt gegen die eigenen Bundesländer

 

Die Koalitionsfraktionen CDU/CSU und FDP haben heute im Bundestag in erster Lesung den SPD-Antrag für ein

Wildtierverbot in Zirkussen abgelehnt. Dabei hatten Ende November die Unions-/FDP-geführten Bundesländer im

Bundesrat für das Verbot bestimmter Wildtierarten gestimmt. Der Deutsche Tierschutzbund kritisiert diesen

tierschutzpolitischen Schlingerkurs scharf. Bundesministerin Ilse Aigner selbst hatte im Februar diesen Jahres im

Rahmen ihres Tierschutzpakets angekündigt, ein entsprechendes Verbot für Wildtiere im Zirkus zu erlassen.

„Dieses plumpe politische Spielchen geht auf Kosten der Wildtiere, die jetzt in den Zirkussen leiden.

Das Thema wird auf die lange Bank geschoben, das ist inakzeptabel. Damit soll offenbar im Interesse der

Zirkusunternehmen Zeit gewonnen werden. Wir erwarten in den nächsten Lesungen zum Wildtierverbot endlich

ein Bekenntnis zum Tierschutz von der Bundesregierung“, so Thomas Schröder, Präsident des Deutschen

Tierschutzbundes zum Thema. Der Verband erinnert Bundesministerin Ilse Aigner dabei an ihr Versprechen:

Sie hatte im Rahmen ihres Tierschutzpaketes öffentlich versprochen zu handeln.

 

„Das fordern wir jetzt ein“, so Schröder weiter.

 

Entgegen den Darlegungen der Zirkuslobby würde der Großteil der deutschen Bevölkerung ein solches Verbot stark begrüßen,

stellt der Deutsche Tierschutzbund zudem klar. Auch politisch wird der Druck auf die Bundesregierung größer:

Nachdem der Bundesrat im November ein Haltungsverbot für bestimmte Tierarten beschlossen hat, folgte Bremen am Dienstag

diesem Beispiel. Die Stadtbürgerschaft hatte beschlossen, ein Gesetz zu erlassen, das den Auftritt von Wildtieren im Zirkus

auf öffentlichen Plätzen zukünftig untersagt. Der Antrag der SPD-Fraktion wird voraussichtlich Mitte Januar im Ausschuss

für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz weiter diskutiert.

 

Zuletzt aktualisiert am Freitag, 16. Dezember 2011 um 10:34 Uhr
 
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