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Donnerstag, 08. Juli 2010 um 09:59 Uhr

12.7.2010

 Pressemitteilung: Bayerische Tierheime kämpfen ums Überleben

 

Der Landesverband Bayern des Deutschen Tierschutzbundes steht hinter der Forderung von Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, der mehr Geld für die Tierheime und den Tierschutz gefordert hat. In einem Offenen Brief an Kommunalpolitiker hatte er darauf aufmerksam gemacht, dass die Situation der Tierheime immer prekärer wird. „Auch in Bayern kämpfen Tierheime um ihre Existenz und dies entscheidet letztlich auch über das Schicksal der Tiere“, betont Nicole Brühl vom Landesverband Bayern. Sie weist darauf hin, dass der Landesverband rund 120.000 Mitglieder in 115 bayerischen Tierschutzvereinen und 72 Tierheimen vertritt. In den Tierheimen werden jährlich über 50.000 Tiere aufgenommen und vor allem von ehrenamtlichen Mitarbeitern betreut.

Finanz- und Wirtschaftskrise, sinkende Spenden- und Sponsorenbereitschaft und keine finanzielle Unterstützung vom Freistaat Bayern – das reißt große Löcher in die Kassen der Tierheime. „Die über 50.000 Tiere, die von bayerischen Tierheimen jährlich aufgenommen werden, verursachen natürlich auch Kosten“, so Nicole Brühl. „Unterbringung, Futter, Betreuung, medizinische Versorgung, Pflege und Vermittlung – all das kostet Geld. Die Kommunen steuern, je nach Tierheim, nur 15 bis 30 Prozent der tatsächlichen Betriebskosten bei. Das Land gibt gar nichts.“  Das bedeutet: Die Tierschutzvereine und Tierheime müssen das restliche Geld selbst aufbringen, obwohl in Anbetracht der Finanz- und Wirtschaftskrise die Spendenbereitschaft nicht mehr so hoch wie früher ist (Spendenkonto: HypoVereinsbank Illertisen, Konto 2 150 160 483, BLZ 630 200 86).

 

Aus diesem Grund schließt sich der Landesverband Bayern dem Brief von Wolfgang Apel an. Er fordert eine bundesweit einheitliche Rahmenregelung für die Fundtierkostenerstattung, einen Finanztopf für dringend erforderliche Investitionen in Tierheimen und einen Nothilfefonds in den öffentlichen Haushalten. Mit seinem Offenen Brief an die Mandatsträger auf kommunaler Ebene ist Wolfgang Apel einen ungewöhnlichen Weg gegangen, doch alle anderen Bemühungen um Gespräche und Hilfe blieben bisher leider ohne Ergebnis.

 

Wie Wolfgang Apel, macht auch Nicole Brühl vom Landesverband Bayern darauf aufmerksam, dass die Tierheime Verpflichtungen der Kommunen übernehmen, aber vielfach auf den Kosten sitzen bleiben. Auch immer mehr gesetzliche Anforderungen kosten Geld und werden auf den Tierschutz abgeschoben. „So kann es nicht weiter gehen. Die Tierheime schaffen das bald nicht mehr“, sagt Nicole Brühl. „Die Finanzkrise und teure gesetzliche Vorschriften dürfen nicht auf dem Rücken der hilfsbedürftigen Tiere ausgetragen werden.“ Deshalb bittet auch sie die Kommunalpolitiker und den Freistaat um Hilfe für die 72 bayerischen Tierheime, die ja auch Ausbildung- und Arbeitsplätze schaffen und zudem pädagogische und therapeutische Aufgaben übernehmen. Ohne finanzielle Ausstattung und Unterstützung wird es vielen Tierheimen bald nicht mehr möglich sein, Aufgaben der öffentlichen Hand zu übernehmen. „Tierschutz ist eine öffentliche Pflichtaufgabe und muss auch entsprechend gefördert werden. Schließlich geht der Tierschutz uns alle an – auch die Politiker“, stellt Nicole Brühl fest. Autor: Marion Friedl

 

 

 

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Zuletzt aktualisiert am Samstag, 10. Juli 2010 um 02:24 Uhr
 
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